Storchprojekt 2008

Schuljahr 2007/2008

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7.Februar 2008:
Trotz Baulärm besetzt ein Rückkehrerpaar das Nest
31.Mai 2008:
Jetzt ist es eindeutig, auch in diesem Jahr wird es zwei Jungstörche geben

Das Elternpaar
An der Beringung erkennbar ist, dass es sich um einen älteren Storch mit auf die Entfernung nicht so einfach ablesbarem Metallring am Fuß handelt sowie um ein jüngeres Tier mit Ringnummer A5965 oberhalb des Laufes.

Seit diesem Jahr ist die zusätzliche Fütterung im Linkenheimer Vogelpark verboten, nur flugunfähige Tiere dürfen noch versorgt werden. Durch den Verzicht auf Zufütterung soll eine unnatürlich große Storchenpopulation verhindert werden. Allerdings muss auch berücksichtigt werden, dass ca. zwei Drittel der jungen Störche den Vogelzug in das Winterquartier nicht überleben. Stromleitungen, Müllkippen mit giftiger Nahrung und Jagd sind die Gefahren. Übersteht ein Storch die ersten drei Jahre kann er bis zu 30 Jahre alt werden.

Störche leiden unter der Dürre - Die Elterntiere werfen hungrige Küken aus dem Nest. So lautete eine dpa-Meldung im Frühsommer 2008. Diese Meldung bezog sich allerdings auf Gebiete im Osten Deutschlands.
Eine Storchenfamilie benötigt während der Aufzucht täglich bis zu drei kg Regenwürmer, Schnecken oder Lurche. Ist diese Menge nicht zu finden, bleibt den Störchen nichts anderes übrig, als die Zahl der Jungen zu reduzieren. Die schwächsten Jungen werden geopfert und von den Altstörchen aus dem Nest geworfen.

Juni 2008, das Elternpaar auf Futtersuche. In Linkenheim-Hochstetten und Umgebung gibt es glücklicherweise genügend Feuchtwiesen und abgeerntete Felder mit ausreichendem Nahrungsangebot. Der Boden ist auch weich genug, erkennbar am verschmutzten Schnabel.

Beide Jungstörche entwickeln sich gut ( Aufnahmedatum: 1.Juli 2008 ).

Freitag, 5.Juli 2008

Die beiden sind groß genug, um beringt zu werden.

Ein Glücksfall, dass in diesem Jahr der Termin der Aktion so günstig liegt, dass eine 5. Klasse der Realschule Linkenheim mit ihrer Klassenlehrerin dabei sein kann.

 

Josef Manz (Initiator des Weißstorchprojekts in Linkenheim) und Walther Feld (Landesbeauftragter für die Wiederansiedelung des Weißstorches), beide langjährig aktive Weißstorchspezialisten in Südwestdeutschland, erwarten um acht Uhr das Fahzeug, das die Aktion ermöglicht.
Her Feld hat die Ringe mitgebracht, Herr Manz wird nach oben gefahren, alle schauen gebannt, ob das Beringen auch problemlos gelingt.

Jetzt wird es spannend: wer aus der Klasse darf auch zum Nest hochfahren? Frau Meisinger, die Klassenlehrerin hat extra für diesen Zweck Lose vorbereitet.

Die glückliche Gewinnerin erwartet ein unbeschreiblicher Anblick, so ein Erlebnis vergisst man nicht so schnell!

Und - wir haben noch mehr Glück! Eine weitere Gruppe darf sich hochfahren lassen.

Aber wer? Fast unmöglich, eine Auswahl zu treffen, zu viele sind enttäuscht.

Angesichts der Begeisterung der Klasse und weil es der Zeitplan erlaubt, dürfen schließlich alle Schülerinnen und Schüler nacheinander in die Höhe, am Schluss sogar Frau Meisinger.

Vielen Dank an die Organisatoren für dieses Entgegenkommen!

Wissenswertes zur Vogelberingung (Quelle: http://www.orn.mpg.de/~vwrado/templates/de/elsa.html)

Der neue entwickelte ELSA-Ring (European Laser Signed Advanced Ring) (zunächst für den Weißstorch Ciconia ciconia) wurde in Kooperation mit Vogelberingungs- und Polymer Engeneering-Experten entwickelt.

Die bisher verwendeten Metallringe waren schlecht lesbar und es waren Behinderungen oder Verletzungen der Vögel möglich. Als weiteres Problem beim Metallring erkannte man das Aufheizen bei intensiver Sonnenbestrahlung. Die Konsequenz aus dieser Diskussion war das Verbot der Weißstorchberingung mit konventionellen Ringen in Deutschland entweder grundsätzlich oder zumindest oberhalb des Intertarsalgelenkes.

Die neuen Ringe bestehen aus sehr widerstandsfähigem Kunststoff und haben eine glatte Oberfläche, auf der Stoffe aus der natürlichen Umgebung von Vögeln nicht dauerhaft haften können.

Seit 2001 wird der ELSA-Ring an freilebenden Weißstörchen in verschiedenen Ländern getestet.

© aller Aufnahmen zum Storchprojekt Ch.Herrmann 2008

 

 

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