Experten sehen die Frühheimkehrer mit Sorge (Auszug aus BNN, Hardtausgabe Nr.56, Seite 17 vom 8.März 2007)
Erste Störche im Vogelpark Linkenheim wurden schon am 17.Januar gesichtet/Bei Kälteeinbruch hilflos
Die Störche sind da. Nicht erst seit heute, schon seit einigen Wochen bevölkern die weit gereisten Zugvögel wieder die Nester in den Dörfern - auch im BNN-Hardtgebiet. 14 Paare sind am 6.März in Linkenheim gezählt worden.
"Frühestens Mitte März treffen die ersten Störche aus ihren südlichen Winterquartieren bei uns in Deutschland ein". So steht es noch im offiziellen "Weißstorch-Projekt Baden-Württemberg" der neunziger Jahre. Dieses Datum hat sich nun gründlich nach vorne verschoben, berichten Storchexperten wie Josef Manz.
Der Ehrenvorsitzende der "Natur- und Vogelfreunde" Linkenheim-Hochstetten hat den ersten Rückkehrer bereits am 17.Januar im Linkenheimer Vogelpark angetroffen. Der nächste Schwung kam am 3.Februar. "Das sind die Störche, die in Spanien, Portugal und Marokko überwintern", erklärt der Storchenvater aus Linkenheim. Nun fehlen noch die "Afrikaner". Sie sind gelb verfärbt von ihrem "Wüstenritt" und erfahrungsgemäß sehr schmutzig, erzählt Herr Manz.
Insgesamt kehren die Störche zu früh in die vermeintlich wieder warmen Gefilde zurück. Durch die Bank wird dafür die globale Erderwärmung verantwortlich gemacht. Der Klimawandel habe Einfluss auf das Zug- und Überwinterungsverhalten der Störche.
"Das kann mitunter in einer Katastrophe enden", befindet Josef Manz. Sind die Störche nämlich schon im Januar, Februar wieder da, so sind sie einem erneuten Kälteeinbruch, wie er vor dem eigentlichen Frühlingsbeginn noch einmal vorkommen kann, ziemlich hilflos ausgeliefert.
Dabei geht es weniger um die Kälte. "Das Futter wird dann knapp, wenn schon so viele Störche wieder zurück sind", erklärt Manz. In Zukunft wird es darauf hinauslaufen, dass von menschlicher Seite immer mehr eingegriffen werden muss. Zufüttern könnte dann die Regel werden.
Natalie Nees |