Geschichte der RSL |
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So fing es an . . . Zu den Anfängen unserer Schule
So entstanden unsere ersten Realschulklassen. Die Kinder hatten (allesamt, ohne Ausnahme!) die Aufnahmeprüfung zur Realschule an der Hebelrealschule in Karlsruhe abgelegt und wurden nach bestandener Prüfung dem Realschulzug an der Grund- und Hauptschule Linkenheim zugewiesen. Von Leopoldshafen bis Rußheim reichte in der Folgezeit auch der Einzugsbereich unserer Schule. Im Jahr 1968 gab es im Bereich des damaligen Kreisschulamtes Karlsruhe nur in den Großen Kreisstädten Bretten und Ettlingen Realschulen. Der erste Versuch, die neue Schulart auch in ländlichen Gemeinden zu etablieren, fand in Linkenheim statt. 1971 wurde in Neureut und 1973 in Blankenloch Realschulzüge an den Hauptschulen eingerichtet. Beiden Schulen leisteten wir Starthilfe, die ersten Aufnahmeverfahren führten Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule durch, und die Kolleginnen und Kollegen aus Neureut und Blankenloch nahmen in den Anfangsjahren an den Konferenzen bei uns teil. Mit Beginn des Schuljahres 1971/72 erfolgte die Herauslösung aus der Grund- und Hauptschule und die Erhebung zur selbständigen Realschule unter dem neuen Schulleiter Realschulrektor Manfred König. Die ursprünglich zweizügig geplante Schule musste in diesem Schuljahr erstmals drei Eingangsklassen bilden. Diese im Grunde erfreuliche Entwicklung leitete allerdings eine Tendenz ein, die für uns in zwei Bereichen erhebliche Probleme aufwarf: die Stundentafel konnte mit den vorhandenen Lehrerinnen und Lehrern nicht mehr vollständig abgedeckt werden und die Schulraumnot nahm solche Formen an, dass Schichtunterricht eingeführt und zusätzlich eine Klasse in die Grundschule nach Hochstetten ausgelagert werden musste. Das Problem mit der Lehrerversorgung löste sich ein Jahr später schlagartig durch die gleichzeitige Zuweisung von nicht weniger als zehn (!) neuen Kolleginnen und Kollegen. Neben zwei erfahrenen Lehrkräften, dem neuen Konrektor Wolfgang Latt und der inzwischen leider verstorbenen Realoberlehrerin Maria Lehmann, waren es acht Absolventen des Pädagogischen Vorbereitungsdienstes, die als Neulinge in den Schuldienst eingestellt wurden und bei uns ihre erste Schulstelle antraten. Das andere Problem, das mit der Schulraumnot machte uns mehr Kopfzerbrechen. Zwar war ein neues Schulhaus in Planung und konnte am 8. April 1975 wenigstens zum Teil bezogen werden, aber auch nach der endgültigen Fertigstellung im Herbst 1975 waren die zwölf Klassenzimmer und die wenigen Fachräume viel zu wenig für unseren mittlerweile auf weit über 500 Schülerinnen und Schüler angewachsenen Betrieb, der anstatt der einmal gedachten Zweizügigkeit fast durchgängig vierzügig geführt werden musste. Das Haus platzte aus allen Nähten. Erneut musste Schichtunterricht erteilt werden, erneut wurden Klassen ausgelagert, in die neu erbaute Schule für Lernbehinderte (heute „Albert-Schweitzer-Schule“) Ein erster Erweiterungsbau von vier Klassenzimmern, die 1980 in Betrieb genommen werden konnten, schaffte Erleichterung, war aber immer noch keine befriedigende Lösung für die Schule. Unseren 27 Klassen standen insgesamt 18 Klassenzimmer zur Verfügung, dazu die Fachräume für eine ursprünglich zweizügig gedachte Schule. Mit 763 Schülern hatten die Schülerzahlen den bisher absoluten Höhepunkt in der Geschichte der Schule erreicht. In pädagogischer Hinsicht war die Gestaltung einer neu eröffneten Schule ohne jegliches Vorbild eine ungeheure Chance für uns junge Lehrerinnen und Lehrer. Die Lehrpläne waren einfache Stoffsammlungen, den Plänen der alten Volksschule entnommen und durch weitere Inhalte angereichert, aufgestockt. Wir sahen mit Bangen den Termin unserer ersten Abschlussprüfung im Jahr 1974 entgegen. Wie würde die Prüfung ausfallen? Gut? – Mäßig? – Schlecht? Ihr Ergebnis zeigte, dass wir uns nicht zu verstecken brauchten, sondern dass die Anstrengungen der Schüler und der Lehrer sich gelohnt hatten. Die Prüfungsleistungen unserer Schülerinnen und Schüler den Vergleich mit anderen Schulen sehr wohl auszuhalten vermochten. Die Schule hatte ihre Anerkennung gefunden und ihren Platz unter den etablierten Realschulen im Schulbezirk. Manfred König, Realschulrektor i.R. ... und so ging es weiter
Mit der Revision der Lehrpläne erhielt die Realschule vom Schuljahr 1984/ 85 an inhaltlich ein neues Konzept. Besonders auffällig war die Einführung eines vierten Hauptfaches ab Klasse 7, der sogenannte Wahlpflichtbereich. Die Schülerinnen und Schüler wählten eines der Fächer „Natur und Technik“ (NuT), „Hauswirtschaft/ Textiles Werken“ (HTW) oder „Französisch“ nach Neigung und Begabung. Mit diesem neuen Konzept konnte die Realschule ein Jahrzehnt lang solide und erfolgreiche Bildungsarbeit leisten. Der Realschulabschluss eröffnete den Schülerinnen und Schülern nicht nur den Weg in qualifizierte berufliche Bildungsgänge, sondern auch in weitere schulische Bildungsmöglichkeiten in verschiedenen Berufskollegs und Beruflichen Gymnasien. Ab dem Schuljahr 1994/ 95 wurde dann wieder nach einem „neuen“ Bildungsplan unterrichtet, der die damaligen Veränderungen in unserer Gesellschaft berücksichtigte. In verschiedenen Lebens- und Wissensbereichen hatte sich ein tiefgreifender Wandel vollzogen, der Computer eroberte auch die Schulen: „Informationstechnische Grundbildung“ wurde als neues Fach eingeführt und dazu ein Klassenzimmer als Computerraum eingerichtet. Das Bewusstsein für die Begrenztheit der Ressourcen unserer Erde und die Notwendigkeit, unseren Lebensraum auch für die nachfolgenden Generationen lebenswert zu erhalten, führte zu einem weiteren neuen Aufgabenfeld für die Schule, der Umwelterziehung. Dies konnte nur fächerübergreifend realisiert werden. Nachdem die RSL auf diesem Feld schneller als andere Schulen vorankam, wurde sie bereits 1993 als eine von 30 Schulen des Landes Baden-Württemberg zu einem Transferzentrum für Umwelterziehung ernannt. Die pädagogische Arbeit der Realschule Linkenheim stand bereits seit Jahren unter dem Motto "Selbstständigkeit fördern und Freiräume gestalten". Für die Realisierung dieses Konzeptes wurde der RSL am 14. November 2002 von der Kultusministerin Dr. Annette Schavan das Prädikat "Bildungswerkstatt Baden-Württemberg" verliehen. Seit 2004 gibt es wieder einen neuen Bildungsplan für die Realschulen in Baden-Württemberg. Die Realschule Linkenheim hat als Erprobungsrealschule schon seit 1998 Konzepte vor allem im Bereich des naturwissenschaftlichen Unterrichts erprobt. Begonnen wurde mit einer Pflicht-AG Naturphänomene, die den Schülerinnen und Schülern experimentelles Arbeiten in kleineren Gruppen ermöglichte. Positive Erfahrungen an der RSL und anderen Erprobungsschulen führten zu einer Stärkung des naturwissenschaftlichen Unterrichts. Der Fächerverbund „NWA“ – „Naturwissenschaftliches Arbeiten“ wurde Kernfach für alle Realschulen in Baden-Württemberg und führt zu einer Stärkung der naturwissenschaftlichen Bildung der Realschülerinnen und Realschüler. Auch das Arbeiten in themenorientierten Projekten wie zum Beispiel „Soziales Engagement“ und „Wirtschaften, Verwalten, Recht“ verdeutlicht die Intentionen des neuen Bildungsplans: Für die Schülerinnen und Schüler ist nicht mehr nur der Erwerb von Fachkompetenz wichtig, sondern auch der Erwerb von Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz. Eine veränderte Abschlussprüfung als Konsequenz dieser neuen Herausforderungen wird im Schuljahr 2007/ 08 zum ersten Mal realisiert. Judith Geörg Realschulkonrektorin von 1990 bis 1996 und |
Sekretärinnen und Hausmeister seit 1968 |