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Bericht der Schiedsrichterin:
Am Freitag, den 8. Mai hatten die Jungs meiner Klasse, der 6d, zu einem Fußballturnier eingeladen. Daniel und Lukas hatten im Vorfeld alles besten organisiert und mich als aufsichtsführende Lehrerin zur Schiedsrichterin bestimmt.
Es hat mich sehr geehrt, dass sie mir als Frau diese verantwortungsvolle Aufgabe zugetraut haben, aber es blieb ihnen mangels Auswahl ja auch nichts anderes übrig.
Leider streute am Vortag irgendjemand das Gerücht, dass das Turnier ausfallen würde, so dass nur die 6d und zwei Mannschaften der 6a da waren.
Alle Teams waren natürlich hochmotiviert, ging es doch darum zu beweisen, dass man die beste Mannschaft ist.
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Da ich einige der Jungs etwas besser kenne und weiß, dass ihnen beim Fußballspielen manchmal „der Gaul“ durchgeht, erschien es mir notwendig, vor dem Anpfiff eine kurze Ansprache zu halten:
Jungs, das Ganze ist nur ein Spiel! Keine Fouls, fair bleiben!
Zur Untermauerung zeigte ich ihnen schon mal die gelbe und die rote Karte und betonte, dass ich mich nicht scheuen werde, diese zu ziehen.
Das hatte gewirkt! Hoch und heilig versprachen sie mir, fair zu bleiben!
Vor Anpfiff wurden gegenseitig die Hände geschüttelt und dann ging´s los: acht Minuten dribbeln, passen, stoppen, schießen, dann stand der Sieger des jeweiligen Spieles fest. |
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| Die Jungs machten mir das Pfeifen sehr einfach, denn es wurde absolut fair gespielt. Lediglich einmal musste ich unter Beifall der zuschauenden Mannschaft und der mitgereisten weiblichen Fans eine gelbe Karte ziehen: eine böse Grätsche wurde von mir als taktisches Foul gewertet, denn der Gegenspieler wäre sonst auf und davon gewesen. Ansonsten blieb alles im grünen Bereich. Dass sie mich im Spiel nicht mit Frau Braun sondern mit Schiri ansprachen, hat mich sehr geehrt. |
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Nun aber zum Wesentlichen:
Die Jungs der 6d zeigten sich als gute Gastgeber und ließen bis auf ein Unentschieden immer die gegnerische Mannschaft gewinnen, so dass ziemlich bald klar war, dass sie mit dem Sieg nichts zu tun hatten und am Ende Dritter wurden. |
Wer den Pokal gewinnen sollte, sollte sich tatsächlich erst im letzten Spiel des Turniers entscheiden. Ausgangslage: Der 6a2 genügte ein Unentschieden, die 6a1 musste unbedingt gewinnen. Die 6a1 war also unter Druck. Einige Spieler konnten diesem nervlich nicht standhalten und so besiegte in einem hochklassigen Spiel die 6a2 die 6a1. Überschwänglich war die Freude des Siegerteams, das sich nach Abpfiff auf den Boden warf und sich fast gegenseitig in einem Haufen erdrückte.
Im Vorfeld hatten die Mädels aus der 6a hellseherische Fähigkeiten bewiesen. Auf ihren Plakat stand 1. Platz 6a, was ja auch stimmte. |
Zum Abschuss gab es noch die Siegerehrung und dann halfen alle beim Aufräumen, was gar nicht so selbstverständlich ist.
| Ich für meinen Teil hatte, so glaube ich zumindest, meine Feuertaufe als Schiedsrichterin bestanden. Keiner schrie, Schieri raus, noch musste ich Polizeischutz anfordern, um ungeschoren vom Platz zu kommen. |
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Vielmehr bedankte sich Ole aus der 6a im Namen aller Spieler dafür, dass ich mich bereit erklärt hatte, am Freitagnachmittag meine Zeit zu opfern! (Ob ihm das wohl Frau Meisinger angeraten hat???)
Dazu kann ich nur sagen: Jungs, das war kein Opfer!
Ihr habt euch so anständig verhalten, dass dieser Nachmittag kein Stress war. Es hat mir viel Spaß gemacht und vielleicht wiederholen wir das ja noch einmal!
Aber jetzt sind erst mal die Mädchen dran! |
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