Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin ...

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Schuljahr 2008/2009

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Berlin-Fahrt 10a, 15.9. bis 19.9.2008

Donnerstag, 18.09.08

Schifffahrt
DDR Stasi-Gedenkstätte
Musical Mamma Mia

Bei ausgesprochen frostigen Temperaturen gehen wir an Bord, um die gebuchte einstündige Cityrundfahrt zu machen. Interessanterweise spricht der Kapitän plötzlich von drei Stunden und wir lernen das ausgedehnte Kanalsystem Berlins mit diversen Schleusen bis zum Landwehrkanal kennen. Nicht ganz die gewünschte Route, dafür neue Einblicke und Erkenntnisse!

Auf halber Strecke steigen wir dann aus, das Mittagessen wartet.

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Die Gedenkstätte befindet sich seit 1994 auf dem Gelände der früheren zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit .

Große Teile der Gebäude und der Einrichtung sind fast unversehrt erhalten geblieben und vermitteln so ein sehr authentisches Bild des Haftregimes in der DDR.

Zahlreiche ehemalige politische Häftlinge berichten als Zeitzeugen aus erster Hand über die Zeit ihrer Verfolgung und über die kommunistische Diktatur in der DDR.

Wir werden von Rainer Dellmuth geführt, der im Alter von 18 Jahren wegen „versuchter Republikflucht“ und "staatsgefährdender Hetze" verhaftet und im Dezember 1967 vom Stadtbezirksgericht Berlin-Köpenick zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde. Nach seiner Haftentlassung beendete er seine Lehre und begann, das Abitur nachzuholen. Noch vor dem Abschluss seiner Schulausbildung wurde er im Oktober 1971 wegen "versuchten ungesetzlichen Grenzübertritts in einem besonders schwerem Fall" erneut verhaftet und verurteilt. Seine Haftzeit verbrachte er in den Untersuchungs- und Strafvollzugsanstalten von Berlin, Gera, Cottbus und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz). Im Mai 1972 wurde er im Wege des Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik abgeschoben. Dellmuth selbst bezeichnet diese Jahre als „verlorene Jugend”. Er berichtet uns in drastischen einprägsamen Worten von seinen traumatischen Erlebnissen mit der Stasi.

Die Führung berücksichtigt die einzelnen Epochen politischer Verfolgung und macht zugleich die wichtigsten Stationen eines Gefangenen nacherlebbar. Zuerst werden wir in das Kellergefängnis, das sogenannte U-Boot geführt. Hier steht die Repression der frühen Jahre im Vordergrund. Anschließend erfolgt die Besichtigung des 1960 fertiggestellten neuen Gefängnisses. Hier können wir alle Stationen der Untersuchungshaft – von der Einlieferung über die erkennungsdienstliche Behandlung bis zur Vernehmung – nachvollziehen.

Der Rundgang endet im Bereich der sogenannten Tigerkäfige, wo die Praxis des überwachten ”Freigangs” erklärt wird. Hier steht auch der Grothewohl-Express. In diesem Eisenbahnwaggon wurden Häftlinge wie Vieh dicht gedrängt von einem Ort zum anderen transportiert.

 

Unser dichtgedrängtes, kontrastreiches Programm lässt uns keine Zeit mehr, zum Hotel zurückzufahren, um 19 Uhr beginnt schon das Musical. Am Alex gibt es Gelegenheit, uns noch vorher zu stärken.

 

Schöner Abschluss eines ereignisreichen Tages: Mamma Mia im Theater am Potsdamer Platz (Marlene-Dietrich-Platz 1), gleich neben dem Sony-Center und den Potsdamer Platz Arkaden, dem neuen kulturellen Zentrum Berlins.

 

 

Freitag, 19.09.08

 

 

 

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Freitag, 19.09.08