edut@in 2002

Schuljahr 2002/2003

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Am Dienstag dem 12.November 2002 besuchte die Internet AG die edut@in

 

 

 

Programm:

 

9.30 - 11.15 Besuch der Ausstellung
11.30 - 12.30 Vortrag über Gewalt im Bezug auf Computerspiele
ab 12.30 War es jedem freigestellt was er/sie tat



Im Rahmen der diesjährigen edut@in (Kongress und Ausstellung für Lernsoftware und Edutainment in Schule und Freizeit) unternahm die Internet AG der Realschule Linkenheim einen als Lerngang getarnten Guerilla Angriff.


Weil wir leider alle handwerklich unbegabt sind, mussten wir letztendlich Plan B (schnellen aber gekonnten Rückzug) durchführen und konnten nur minderwertige Freeware im Vorbeigehen mitnehmen....

 

Auf Deutsch: Es gab auf der Messe leider nur Demo CDs zum Mitnehmen und alle hochwertigen Programme musste man bezahlen (Katja hat's dennoch beinahe versucht....Beweisfoto rechts).

Einige ehemalige Marktschreier (nach dem Öffnen der Supermarktketten leider in Vergessenheit und somit ins soziale Nirvana gerückt) bedrängten uns von der Seite und wollten uns eine ihrer "Meine-Ware-ist-besser-als-die-von-dem-da"- Story auftischen.

Wie wir schnell bemerkten waren dass nur getarnte Ablenkungsmanöver um uns von unserem eigentlichen Ziel abzulenken. Um uns aber nicht aufällig zu benehmen gingen wir zum Schein darauf ein....

Auf Deutsch: Viele namhafte Firmen, Schulen und Aussteller priesen uns ihre Produkte an und wollten auch gleich über deren Funktionen und Anwendungsgebiete berichten. Wo wir konnten wichen wir solchen Konversationen aus, doch manchmal gab es keinen Ausweg mehr...

Kurz bevor wir uns mit unserem Informanten trafen, nahmen wir noch eine deftige Mahlzeit zu uns, bestehend aus Brot und Wasser. Dann schlichen wir uns zum vereinbarten Treffpunkt, einem Hörsaal (wunderbar unauffällig, gell) und warteten....


Ungeschickterweise gerieten wir mitten in einen Vortrag aus dem wir nicht so einfach verschwinden konnten, wäre zu auffällig gewesen, und so sassen wir eben wie ganz normale Zuhörer dabei und verpassten unser Treffen mit Mr. X...

 

Auf Deutsch: Bevor wir uns den Vortrag über Gewalt im Bezug auf Computerspiele und Medien anhörten, haben wir noch was ordentliches gegessen. Ein peinliches Magenknurren in der Vorlesung konnte so vermieden werden.

Leider haben sich die Termine zweier Vorträge gekreuzt und so konnten wir uns nur einen anhören. Und die Nachmittagsvorträge, die wir uns ausgesucht hatten, mussten leider wegen Krankheit der Referenten entfallen.

 

Pressebericht, entnommen edut@in news 2-2002

Im Rahmen der edut@in 2002 eröffnet Wolfgang Bergmann mit seinem Vortrag

"Nach Erfurt: Alles Gewalt oder was? Was bewirken Computerspiele in der kindlichen Psyche?"

am 12. November 2002 das "Medienpädagogische Forum 1".

 

"Nach Erfurt und vergleichbaren Ereignissen schlägt die Stunde der großen Vereinfacher. Computerspiele machen gewalttätig, proklamierten selbst Erziehungswissenschaftler vor wenigen Monaten.
Das ist natürlich Unsinn und die Diskussionen beruhigten sich auch rasch wieder. Einige Fragen bleiben - jenseits voreiliger Pauschalisierungen - trotzdem offen.

Zweifellos bewirken die Computer und ihre Vernetzungen dynamische Umwälzungen nicht nur in Marketing, Produktionsplanung, Logistik und auf den Finanzmärkten, sondern auch in der Kultur der Kinder und Jugendlichen. Wir Erwachsenen stehen ein wenig hilflos und ratlos davor.

Unser erster Impuls: Das müssen wir aber sofort in den Griff bekommen!

Ob auf einer psychopädagogischen Fachtagung oder in einer Telefonaktion mit Zuhörern im Radio - fast immer wird diese Frage am Anfang gestellt:

Wie können wir den Computerkonsum der Kinder steuern?

Wie kontrollieren wir das?

Und dann wird besorgt weitergefragt:

Machen die Spiele im Cyberspace nicht doch gewalttätig?

Es ist wohl nicht zu übersehen: Diese Besorgnis über die Gewaltanstiftung per Computer ist mindestens in Teilen Ausdruck unspezifischer Ängste. Ängste vor den großen Umwälzungen mittels digitaler Medien, die sich weltweit, aber ebenso in den "eigenen vier Wänden" bemerkbar machen. Die Dauerfrage nach der Verführbarkeit zur Gewalt ist auch Ausdruck der erwachsenen Angst vor "Kontrollverlust".

Natürlich müssen wir immer neu versuchen, Kindheit heute zu verstehen und ihre innersten Motive mit den allgemeinen gesellschaftlichen Tendenzen in Verbindung zu bringen. Das ist schwierig genug. Offenkundig ist es so, dass der Umgang mit den hoch perfektionierten digitalen Bildern auch die Selbstbilder der modernen Kinder prägt. Gerade in der Kindheit spielen Phantasien, vor allem aber Größenphantasien ("Was ich alles schon kann!", "Was ich alles werden will!"), eine bedeutsame Rolle.

 

Das kindliche Größen-Selbst wird heute im Zusammenhang mit den Eindrücken einer verdichteten Medienumwelt gebildet.
Das Selbst, das erträumte, soll genauso perfekt sein, wie es die Bilder im Cyberraum, im Kino oder der Werbung sind. Soll genauso omnipotent sein wie die Computerheroen, die götterähnlich im Spiel agieren. Ein Teil der kindlichen Phantasien verliert sich im medialen Raum. Die Folge ist ein auf mediale Wirkungen gepolter Narzissmus. Er ist in gewisser Weise von der Realität losgerissen, die Ich-Bilder werden maßlos. Auf diese Weise können Medienerfahrungen für manche Kinder sehr wohl zu einem Entwicklungsrisiko werden. Dazu gibt es eine Reihe von informativen Untersuchungen. Und noch einen Schritt weiter: Narzissmus, vor allem solch ein realitätsfremder, ist extrem kränkbar. Nichts entfesselt Gewalttätigkeit so leicht und so ungehemmt wie gekränkter Narzissmus. Die geringste Frustration, das kleinste Versagen kann sich hier in Einzelfällen zur seelischen Katastrophe auswachsen..."


Karlsruher Messe und Kongresszentrum


 

Den Rest des Tages konnten wir frei gestalten und entweder auf der Messe oder sonstwo verbringen...

 

Verantwortlich für Text und Bilder: Myriam Merz
copyright by Internet AG / Realschule Linkenheim

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