"Faszination und Gewalt" Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Schuljahr 2001/2002

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Am Montag dem 10.6.2002 begab sich die Klasse 9a auf eine Exkursion nach Nürnberg zum

"Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände"

 

Das neue Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände befindet sich im Nordflügel der von den Nationalsozialisten für 50.000 Menschen konzipierten, unvollendet gebliebenen Kongresshalle. Auf 1.300 qm befasst sich die Dauerausstellung "Faszination und Gewalt" mit den Ursachen, Zusammenhängen und Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Den inhaltlichen Vorgaben des wissenschaftlichen Beirats entsprechend sollte die Ausstellung nicht nur eine Dokumentation der Reichsparteitage in Nürnberg sein, sondern darüber hinaus auch deren Funktion innerhalb des nationalsozialistischen Herrschaftssystems veranschaulichen. Eine weitere Aufgabe war es, von Nürnberg ausgehend die Konsequenz des nationalsozialistischen Wahns mit seinen Millionen von Opfern darzustellen. In diesem Sinn wirft die Ausstellung einerseits einen "mikroskopischen" Blick auf die Geschichte Nürnbergs, um die lokalen Bedingungen für die Entwicklung zur "Stadt der Reichsparteitage" herauszuarbeiten.

 

 

 

Im November 1998 erfolgte mit größter Mehrheit die Entscheidung im Architektenwettbewerb für das zukünftige Dokumentationszentrum. Der Entwurf des österreichischen Architekten Prof. Günther Domenig (Graz) ist eine überzeugende gestalterische Antwort auf die nationalsozialistische Bau-Ästhetik, wie sie besonders die Kongresshalle verkörpert. Wie ein Pfahl bohrt sich ein 130 Meter langer, gläserner Gang diagonal durch den Nordflügel der Kongresshalle und stört nachhaltig die rechtwinklige, steinerne Machtdemonstration der Nationalsozialisten.

 

 

Bis auf wenige technisch bedingte Adaptionen wurde in der Dauerausstellung nicht in die vorhandene denkmalgeschützte Bausubstanz eingegriffen. Die Ausstellungsräume blieben weitestgehend im Rohzustand des Jahres 1939, als die Baumaßnahmen bei Kriegsbeginn eingestellt wurden. Es sollte in keiner Weise "vollendet" werden, wozu die nationalsozialistischen Bauherren nicht mehr im Stande waren. Im Gegenteil: Das rohe unverputzte Backstein-Mauerwerk im Inneren des Gebäudes dokumentiert - jenseits aller Mythen und Verklärungen - die Banalität des nationalsozialistischen Größenwahns. Darüber hinaus konterkariert das rohe Mauerwerk die neoklassizistische Bau-Ästhetik der Kongresshalle, die von außen an das antike Colosseum erinnert.

 

Neben der neuen Dauerausstellung ist das Studienforum ein Hauptbestandteil des Dokumentationszentrums. In Seminarräumen auf dem Dach der Kongresshalle, im Kino bzw. Vortragssaal bieten die museen der stadt nürnberg gemeinsam mit Partnern ein vertiefendes pädagogisches Programm für Schulen, Jugend- und Erwachsenengruppen. Das Angebot reicht von der 45minütigen Nachbereitung der Ausstellung bis zu Seminartagen.

 

Das Programm des Studienforums wendet sich in erster Linie an jüngere Besuchergruppen, in der Regel ab der 9. Jahrgangsstufe.

Die Arbeit stützt sich auf die methodischen Grundsätze Eigenständigkeit, Diskurs und Aktualität. Museumspädagogen initiieren und steuern als Moderatoren den Diskussionsprozess. Schulklassen und Jugendgruppen erarbeiten sich anhand von altersspezifischen Materialien ein eigenständiges Urteil. Untersuchungen haben ergeben, daß Schüler einen betont belehrenden und "moralisierenden" Unterricht ablehnen."

 

Nach der Besichtigung und einem anschließenden Besuch in Nürnberg machte sich die Klasse wieder auf die lange Heifahrt.

 

 

 

Quelle und weitere Informationen unter:

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