Verlaufsprotokoll des durch "Schulen ans Netz" geförderten Projektes der Realschule Linkenheim

Schuljahr 1996/1997

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Osterferien 1997:
Absendung des Antrags auf Förderung kurz vor Ende der Frist. Wegen der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit war das Projekt nur mit der Schulleitung, nicht mit dem Kollegium abgesprochen. Die Projektidee kam von der Projektleitung und beinhaltete unter dem Titel "Meine Welt - Deine Welt" den Gedanken einer Kontaktaufnahme mit anderen Schulen gleicher oder ähnlicher Schulart entweder in einem der neuen Bundesländer oder im benachbarten Ausland, um die Schüler durch Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit unter anderen Bedingungen lebenden Gleichaltrigen offener und vielleicht toleranter zu machen. Das Projekt sollte möglichst viele in der Schule arbeitende Schüler und Lehrer beteiligen,  da nach Auffassung der Projektleitung nur dann eine breite Akzeptanz der neuen Medien erreicht und die Hemmschwelle vor der Technik abgebaut wird. Diese Erfahrungen sollten vorsichtig, mit möglichst geringem technischen Aufwand, von möglichst allen Altersstufen und mit lehrplanrelevanten Themen, um den zeitlichen Aufwand zu verringern, gewonnen werden.

September 1997:
Zusage, dass der Projektantrag förderungswürdig ist und mit einem ISDN-Anschluss, einem Freiaccount verschiedener Provider, einer Gebührengutschrift von 1600 DM sowie zusätzlich aus Fördermitteln des Landes Baden-Württemberg mit einem Multimedia-PC unterstützt wird.

Oktober 1997:
Vorstellung des Projekts in der Gesamtlehrerkonferenz.
Der Elternbeirat der Realschule will uns nun ebenfalls unterstützen und startet eine Initiative mit dem Ziel, die zwölf veralteten Schulrechner (486er mit Win3.1) auf den neusten Stand zu bringen.

November 1997:
Treffen der an der Initiative beteiligten Eltern und Lehrer mit ortsansässigen Computerfachfirmen, Besprechung der notwendigen Hardware, Vereinbarung von unentgeltlicher Arbeitsleistung beim Umbau der Geräte durch Eltern und Fachfirmen, so dass die Schule nur die Kosten für die Bauteile aufbringen mußte. Aufgrund dieser Eigeninitiative ist auch die Volkshochschule, die den Computerraum mitbenutzt, zu einem Zuschuss bereit.

Als ersten Schritt in die neuen Medien macht sich eine kleine Gruppe von Schülern mit der Projektleitung daran, eine Schulhomepage zu entwerfen und über Belwue ins Internet zu stellen.

Dezember 1997:
Umbau der Computer zu multimediafähigen Pentiumrechnern. Einbindung in das bestehende Novellnetz.
Installation des ISDN-Anschlusses im Computerraum.
Nochmalige Information des Kollegiums auf einer Gesamtlehrerkonferenz über das Projekt und die bisher erfolgten Schritte. Beginn eines Briefaustausches per Fax zwischen einer Klasse der Realschule und einer gleichaltrigen Klasse in England. Erste Einführung des Kollegiums in die Möglichkeiten von Internet und E-Mail.

Januar 1998:
Lieferung des Multimedia-PC, erste Nutzung von Internet und E-Mail über diesen Einzelplatz durch die Homepage-AG. Die Arbeitszeit der AG lag außerhalb des Deputats, Schüler und Projektleiter trafen sich in ihrer Freizeit. Trotzdem konnte bereits die zweite verbesserte Version der Homepage fertiggestellt werden.

Februar 1998:
GLIK-Fortbildung der Projektleitung. Ab jetzt war die Möglichkeit gegeben, durch hausinterne Fortbildung mehr Kollegen und Kolleginnen mit dem Computer vertraut zu machen.

März 1998:
Beginn der GLIK-Nachmittage, wegen der großen Zahl der Anmeldungen parallel in zwei Kursen.

April 1998:
Spende eines Scanners durch den Vater eines Homepage-AG Teilnehmers. Ein Tintenstrahldrucker kann für den Multimedia-PC mit Internetanschluss mit Unterstützung durch einen weiteren Vater angeschafft werden. Eine Kollegin möchte einen E-Mail-Austausch mit Wales (Partner des Landkreises Karlsruhe) beginnen. Die Projektleitung sucht im Internet präsente Schulen aus Wales und verschickt Anfragen.

Mai 1998:
Erste Kontaktaufnahme mit einer ortsansässigen Firma für Internet-Schulung mit der Bitte um kostenlose Unterweisung der Mitglieder der Homepage-AG im Umgang mit Frontpage 98 (von SAN zur Verfügung gestellt).

Juni 1998:
Da keine der englischen Schulen auf die Anfragen geantwortet hat, läßt sich die Projektleitung in einen bundesweiten Verteilerring für E-Mail Kontaktgesuche aufnehmen.

Juli 1998:
Drei Projekttage, für die Teilnehmer der Homepage-AG als Frontpage-Schulung. Abschluss der ersten vier GLIK-Veranstaltungen.

September 1998:
Die Weiterleitung unserer E-Mail Anfrage an das Goethe-Institut in London hat Erfolg. Hier startet gerade ein Partnerprojekt, wir werden an eine geeignete Klasse vermittelt, die Kontaktaufnahme, zunächst durch die Projektleitung und die Fachlehrerin, beginnt. In diesem Schuljahr kann die Homepage-AG als offiziell im Stundenplan ausgewiesene AG arbeiten. Das geschieht sehr intensiv mit vielen Zusatzstunden, da zum 30jährigen Schuljubiläum im Oktober die im Juli gewonnenen Kenntnisse in einer komplett neu gestalteten Site umgesetzt werden sollen. Der Fax-Briefwechsel ist leider mangels Interesse der Schüler beendet.

Oktober 1998:
Beginn eines E-Mail Kontaktes im Rahmen des ITG-Unterrichts mit einer Klasse aus den Niederlanden. Suche nach Partnerklassen in den USA, da sich jetzt auch zwei achte Klassen für Briefwechsel interessieren und der Lehrplan in Englisch sich mit USA beschäftigt. Inzwischen haben uns zwei ehemalige Schüler, die in den USA leben, im Internet gefunden und bieten ihre Hilfe bei der Suche nach Partnerklassen an.

November - Dezember 1998, Januar 1999:
Briefwechsel mit England und den Niederlanden, erste Interessenten aus den USA mit der Aussicht auf Kontaktaufnahme. Da die Schüler der 6.Klasse, die nach England schreiben, teilweise noch sehr ungeübt im Umgang mit dem Computer sind, dauert es sehr lange, bis kleine Texte geschrieben sind. Das muss zudem außerhalb der Unterrichtszeit erfolgen, da der eigentliche Englischunterricht dadurch nicht berührt werden soll und der Computerraum frei sein muss. Den englischen Kollegen scheint es genauso zu ergehen, es können bis zu vier Wochen vergehen, bis wieder Briefe vorliegen. Über grundsätzliches Vorstellen sind wir daher noch nicht zu weiteren Themen gelangt. Das Versenden und Abholen der Mails erfolgt in der Regel durch die Projektleitung oder die ITG-Fachkollegin.
In der nächsten Stufe sollen noch in diesem Jahr die vom Land zugesagten Fördermittel in eine Aufrüstung des Servers mit Anbindung aller Schüler-PCs ans Internet investiert werden. Dann kann auch die Weiterführung der GLIK-Veranstaltungen bezüglich Multimedia und Internet sinnvoll durchgeführt werden und dadurch weiteren Kollegen und Kolleginnen die Grundlage für diese Anwendungen gegeben werden.

Februar 1999:
Die Förderung des Projektantrages hat eine vorher nicht für möglich gehaltene Entwicklung in Richtung neue Medien bewirkt. Sie war Auslöser für vielfältige Unterstützung, Anstrengung, Weiterbildung. Es gab einen deutlichen Interessensschub, der hoffen läßt, dass auch nach Abschluss des Projektes die Arbeit in dieser Richtung weitergeführt wird. Dies wird allerdings nur dann der Fall sein, wenn der Schulleitung auch weiterhin Deputatsstunden für diesen Bereich neben den Pflichtstunden übrig bleiben und wenn die finanzielle Ausstattung durch den Schulträger auch nach Verbrauch der Gebührengutschrift  Online-Projekte ermöglicht.

Kritisch ist anzumerken, dass die ursprünglich angestrebten Projektziele bei weitem nicht erreicht werden konnten, der Informationsbedarf im Kollegium, der Zeitbedarf für die Durchführung der Projekte, die Schwierigkeit der Partnersuche wurden von der Projektleitung bei der Antragstellung völlig unterschätzt.

 

Herzlich bedanken möchte ich mich bei

  • "Schulen ans Netz" für die Annahme meines Projektantrages
  • Herrn Lehr und seiner Firma LPC für die freundliche Unterstützung in allen Hard- und Software-Angelegenheiten
  • Herrn Jacob und seiner Firma Jacob Internet Service für die Spende einer kostenlosen Schulung in HTML und Frontpage für fünf meiner Schüler und mich während der drei Projekttage im Juli 1998

 

20.2.1999
Projektleiterin Christina Herrmann

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