Prädikat "Bildungswerkstatt"

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Schuljahr 2002/2003

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Am Donnerstag, den 14.11.2002 wurde der RS Linkenheim von der Kultusministerin Dr. Annette Schavan das Prädikat "Bildungswerkstatt" verliehen, verbunden mit einem Preisgeld von 500 €. Dies fand im Rahmen der "Großen Referentenbesprechung" statt, bei der alle für Realschulen zuständigen Vertreter des Kultusministeriums, der Staatlichen Schulämter und Oberschulämter aus Baden-Württemberg vertreten waren.

Die RSL ist eine von 6 Realschulen in Baden-Württemberg, deren besonderes Engagement bei der Weiterentwicklung der Schulart Realschule auf diese Weise gewürdigt wurde.

Bei der Überreichung der Urkunde wurden folgende Entwicklungsfelder der Realschule Linkenheim besonders herausgestellt:

  • Bereits seit 1998 wird eine Stärkung des naturwissenschaftlichen Unterrichts erprobt: Schülerinnen und Schüler besuchten in Klasse 5 und 6 die Pflicht-Arbeitsgemeinschaft "Naturphänomene", in der sie handlungsorientiert naturwissenschaftlichen Fragestellungen nachgingen. Außerdem wurden die Mädchen und Jungen in Physik und Chemie soweit möglich getrennt unterrichtet, um die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Umgang mit naturwissenschaftlichen Gegebenheiten auszugleichen.

Seit diesem Schuljahr wird an der RSL das neue Fach NWA (Naturwissenschaftliches Arbeiten) erprobt, das ab 2004 nach dem dann gültigen neuen Bildungsplan an allen Realschulen des Landes Baden-Württemberg unterrichtet wird.

  • Projektorientiertes Arbeiten, Lernen an Stationen, mehr Handlungs- und Schülerorientierung erfordern eine andere Leistungsbeurteilung. Deshalb hat die RSL im an der Erprobung neuer Formen der Leistungsbeurteilung teilgenommen. Auch die üblichen Klassenarbeiten und mündlichen Noten decken die Bandbreite der Schülerleistungen in der heutigen Zeit nicht mehr ab. Deshalb werden auch Klassenarbeiten durch andere Formen der Leistungsbeurteilung ersetzt wie z. B. durch Präsentationen, Jahresarbeiten, Projektarbeiten und experimentelle Facharbeiten. Um nachhaltiges Lernen zu fördern, nehmen Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 6 und 8 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch an zentral gestellten Jahrgangsarbeiten teil, in denen am Ende des Schuljahres das Grundwissen überprüft wird.
  • Auch die Entwicklung eines Methodencurriculums wurde hervorgehoben: Schülerinnen und Schüler erwerben in einer Pflicht-AG die methodischen Kompetenzen, die dann im Unterricht aller Fächer genutzt und weiterentwickelt werden.
  • Realschule und Arbeitswelt – zu diesem Themenfeld führt die RSL alle 2 Jahre eine Berufsinformations- und Ausbildungsbörse mit 35 Firmen und Betrieben sowie Vertretern der weiterführenden Schulen durch, bei der sich Eltern und Schüler über Berufsperspektiven, Ausbildungsmöglichkeiten und weiterführende schulische Bildungsgänge informieren können.

Schülerinnen und Schüler präsentieren das von ihnen im Rahmen von BORS - der jährlich im Spätherbst stattfindenden Berufsorientierung - erkundete Berufsfeld in Form von Marktständen für andere Schülerinnen und Schüler.

Schon vor der verbindlichen Einführung von WVR werden in der RSL Projekte im Rahmen von WVR (Wirtschaften – Verwalten – Recht) durchgeführt. Besondere Bedeutung hatten in den letzten Jahren folgende Projekte: Jugendkriminalität, Mittagsverpflegung, Schulsportfest, Kletterwand, Schülercafé.

Insgesamt wurde die Arbeit an der Realschule unter zwei Prämissen gesehen: Zum einen gilt das Motto "Wir unterrichten nicht Fächer, sondern Kinder" und zum anderen wollen wir "Selbstständigkeit fördern und Freiräume gestalten".

(J. Geörg, RR’in)