Bericht über die Aufführung der RSL-THEATER-AG: Der Diener zweier Herren

Schuljahr 2004/2005

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Zwischen Beschimpfung und Prügel

Theater-AG der Realschule Linkenheim inszeniert "Diener zweier Herren" nach Goldoni

  Er ist schon nicht zu beneiden, Truffaldino, der Diener zweier Herren. Als Esel, Feigling und Dummkopf wird er beschimpft, am Ende kassiert er sogar noch eine saftige Tracht Prügel. Dabei hat er doch alles gar nicht böse gemeint. Durch Missverständnisse und zwischenmenschliche Verstrickungen ist er zum "Diener zweier Herren" geworden und hat nun allerhand zu tun, damit sein doppeltes Spiel nicht auffliegt. Als ihm zu guter Letzt noch 200 Dukaten für "seinen Herrn" ausgehändigt werden, ist das Chaos perfekt.

  In der Komödie "Der Diener zweier Herren" des Italieners Carlo Goldoni, die im Venedig des 18.Jahrhunderts spielt, ist Truffaldino allerdings beileibe nicht der Einzige, der Verwirrung stiftet. Zwei Liebespärchen stehen im Mittelpunkt, und bis man am Ende des Stücks endlich glücklich zum Altar schreiten kann, gilt es, so manche Hürde zu überwinden.

  Die Zuschauer im Linkenheimer Bernhardushaus jedenfalls hatten einiges zu lachen bei der Aufführung der Theater-AG der Realschule Linkenheim. "Wir sind durch Zufall auf eine Szene aus diesem Stück gestoßen", berichtet Ilse Tauber, Leiterin der Theater-AG der Realschule Linkenheim. "Und wir fandedn dieses Verwirrspiel so lustig, dass wir uns spontan dazu entschlossen, den 'Diener zweier Herren' aufzuführen".

  Am Anfang allerdings musste Ilse Tauber zunächst den Text adaptieren. "Einige Figuren mussten gestrichen werden. In erster Linie aber war es notwendig, die Originalsprache, die aus dem 18.Jahrhundert stammt, zu vereinfachen", berichtet sie. Doch damit allein war es noch nicht getan, denn Ilse Tauber führte außerdem noch Regie. Seit Beginn des Schuljahres im Herbst 2004 hatten die Jungschauspielerinnen eifrig Text gepaukt, Sprechübungen absolviert und sich kreative Ideen für Bühnenbild und Kostüme ausgedacht.

  "Natürlich darf nichts Geld kosten, deshalb ist eben Eigeninitiative gefragt" sagt die Lehrerin Ilse Tauber. Und die haben die zehn Mädchen von der Theater-AG mehr als eindrucksvoll bewiesen. Nicht nur, dass sie ihren Text aus dem Eff-Eff beherrschten und sich souverän auf den Brettern bewegten, die die Welt bedeuten, sondern die jungen Schauspielerinnen zeigten deutlich, dass sie mit Spaß und großem Engagement bei der Sache waren.

  Bis jetzt hat Linkenheim leider noch keinen echten Starschauspieler nach Hollywood entsenden können, aber wer weiß...

ANSPRECHEND UND EINDRUCKSVOLL spielten die Mädchen der Theater-AG der Realschule Linkenheim den "Diener zweier Herren", in den Figuren reduziert, in der Sprache modernisiert. Foto:Stieb

BNN, Hardt-Ausgabe Nr 171, Seite 14, Katja Stieb

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