Der kleine Prinz

Schuljahr 2000/2001

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BNN 5.7.2001

Theater-AG der Realschule Linkenheim zeigte "Der kleine Prinz"

Die lange Suche nach Wärme und Herzlichkeit
Ensemble führte Märchen auf / Geschichte nicht nur für Kinder/ Eine gelungene Darbietung

,,Der kleine Prinz" nach Antoine de Saint-Exupéry zeigte die Theater-AG der Realschule Linkenheim. Ilse Tauber, die Leiterin der AG, bearbeitete die bekannte und beliebte Geschichte und führte selbst Regie.
Der kleine Prinz, beeindruckend dargestellt von der Neuntklässlerin Nicole, verrichtet seine eintönigen Pflichten auf seinem Heimatplaneten. Er kehrt mit wachsender Ungeduld Vulkane und pflegt eine sehr von sich eingenommene Rose. Irgendwann wird ihm das tägliche Einerlei lästig, er lässt alles zurück und macht sich auf, andere Planeten kennen zu lemen. Er begegnet den unterschiedlichsten Menschen.
Bei Ilse Tauber wurde Saint-Exupérys "König" zu einer Lehrerin, die auf die Besucher wie eine Despotin wirkte, der ,,Latemenanzünder" zur Hausfrau, die in ihrer stereotypen Tätigkeit aufgeht, der ,,Geschäftsmann" findet sich im Yuppie wieder, für die nur noch ihr Laptop existiert, die ,,Eitle" stellt sie als Starlet dar und aus dem ,,Säufer" wurde eine Fixerin. Der "Geograph" sieht die Welt nur noch mit den Augen der Forscher.
Alle Charaktere haben eines gemeinsam, sie sehen nur noch sich selbst und ihre Tätigkeit. Herzlichkeit und Wärme sind ihnen fremd. Der kleine Prinz ist traurig und einsam. Er sucht Freunde. Schließlich begegnet er dem Fuchs. Dieser will mit ihm Freundschaft schließen, von ihm gezähmt werden, denn zähmen, erklärt er dem traurigen Prinzen, heißt, sich miteinander vertraut machen und für einander da sein.
Der Besucher vom anderen Planeten begreift, man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wichtigste ist für das Auge unsichtbar. Diese Weisheit vermittelt er dem Piloten, der nach anfänglichem Unverständnis erkennt, dass das Kind Recht hat.
Beim Prinzen regt sich das Gewissen. Hat er nicht auch seine Rose gezähmt, sich mit ihr vertraut gemacht, die Verpflichtung übemommen, für sie da zu sein und letztendlich nur an sich selbst gedacht und sie im Stich gelassen?
Er will nach Hause, zurück auf seinen Planeten und sich seiner Verantwortung stellen. Traurig ist der Abschied von seinen Freunden, doch er macht ihnen klar, schaut nachts in die Steme, ihr werdet mich sehen und mir nahe sein.

Ilse Tauber bewies mit ihren acht Mädchen, "Der kleine Prinz" ist nicht nur ein Kindermärchen und der begeisterte Applaus im vollbesetzten Klassenzimmer belohnte die gelungene Darbietung.

Heidrun Schrempp


Flash-Film zur

Vorstellung